Digitale Achtsamkeit in der Krise

Das Coronavirus hat unser Alltagsleben inzwischen fest im Griff und verändert es maßgeblich. Wer im Homeoffice arbeitet, verbringt in der Regel viele Stunden am Tag vor dem Computer, mit E-Mails und Calls. In der Freizeit greifen außerdem viele zu Messengern und sozialen Netzwerken, um im Kontakt mit Freunden zu bleiben und sich die Zeit zu vertreiben.

Einerseits helfen uns die sozialen Medien, die Krise flexibel zu meistern und den Alltag ein Stück weit aufrecht zu erhalten. Aber die gestiegene Nutzung stellt für viele auch eine Herausforderung dar.

Schon vor der Krise waren digitale Medien häufig ein Stressfaktor. Der Deutschlandfunk berichtete beispielsweise 2018 über eine Studie von DAK und Hamburger Uniklinik, nach der 100.000 Jugendliche in Deutschland anhängig von sozialen Medien sind — und zwar im klinischen Sinne. Die aktuelle Krise könnte den Stress durch digitale Medien noch weiter verstärken.

Doch Krisen sind auch Situationen, in denen bestehende Verhaltensmuster aufgebrochen und neue gebildet werden. Sie bieten also die Chance neue Gewohnheiten zu lernen, die auch langfristig von Nutzen sind.

Was in diesem Fall helfen kann ist mehr digitale Achtsamkeit, also ein bewusster und nachhaltiger Umgang mit digitalen Medien. Das Zukunftsinstitut hat für diesen Lebensstil den Begriff “OMline” entwickelt, oft hört man auch den englischen Begriff Digital Mindfulness.

In diesem Artikel haben wir 6 Tipps für dich zusammengestellt, die dir dabei helfen, ein ausgewogenes und reflektiertes Verhältnis zu digitalen Medien beizubehalten.

Wie Ralf-Dieter Brunowsky in einem Artikel für die Welt geschrieben hat, verbreiten sich schlechte Nachrichten grundsätzlich schneller als gute. Da Menschen negativen Nachrichten größere Bedeutung beimessen als positiven, werden negative Meldungen auch häufiger geklickt und gelesen.

Gerade in Krisenzeiten kann dieser Effekt noch weiter zunehmen. Schließlich gibt es dann auch jede Menge Negatives zu berichten. Wenn die Nachrichten wieder voller Krisen-Meldungen sind und in Gruppenchats nur über steigende Infektionszahlen gesprochen wird, solltest du dir gezielt andere Inhalte suchen, um nicht in eine Negativspirale gezogen zu werden.

Unser Tipp: In diesem Fall kann Rohpost eine gute Lösung für dich sein. Auf der App findest du eine Auswahl von spannenden Blogs, Startups und Kultureinrichtungen, die dich regelmäßig mit neuer Inspiration versorgen. Sie schreiben zum Beispiel über Themen wie Fitness, Ernährung oder Kreativität. Ganz wichtig: Durch ein minimalistisches Design und entschleunigte Kommunikation trägt die App zu einer gesunden und achtsamen Mediennutzung bei.

Photo by Branden Harvey on Unsplash

Über das Internet kann heute jeder öffentlich kommunizieren. Für unsere Gesellschaft ist das eine großartige Weiterentwicklung, weil es Menschen die Möglichkeit gibt, sich an gesellschaftlichen Diskursen zu beteiligen und ihre Meinung mit anderen zu teilen.

Auf der anderen Seite bringt diese Offenheit auch Probleme mit sich. Die negativen Folgen reichen von Fake News bis zu sogenannten Trollen, die andere Menschen in Kommentaren emotional angreifen. In der aktuellen Krise tauchen zudem neue Formen auf, die wir in diesem Ausmaß vorher nicht gekannt haben.

In Messengern verbreiten sich im Moment zum Beispiel Textnachrichten und Tonaufzeichnungen von angeblichen Experten wie ein Lauffeuer. Auf YouTube oder Facebook stellen Menschen Verschwörungstheorien vor, in denen sich Fakten von Behauptungen nur schwer trennen lassen. Oft wirken diese Informationen persönlich und authentisch, gerade weil sie nicht professionell aufbereitet sind.

Unser Tipp: In Krisensituation suchen viele nach neuen Informationsquellen, um über die übliche Berichterstattung hinaus Informationen zur aktuellen Lage zu erhalten. Falls du dich im Netz oder auf sozialen Medien umsiehst, achte in jedem Fall darauf, dass du auf verlässliche Quellen wie etablierte Medien oder Forschungseinrichtungen zurückgreifst. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob Informationen richtig sind, leite sie besser erst einmal nicht an Freunde weiter.

Soziale Medien geben uns die Möglichkeit immer erreichbar zu sein. Diese “Always-On-Mentalität” ist aber für viele Menschen auf Dauer mit Stress verbunden. Gerade bei der Arbeit im Homeoffice haben viel das Gefühl, sie müssten ihren Kollegen durch ständige Erreichbarkeit signalisieren, dass sie konzentriert arbeiten.

Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall: Wer auf jede E-Mail sofort reagiert und jede neue Nachricht im Gruppenchat mitliest, kann Schwierigkeiten haben sich zu konzentrieren. Deshalb ist es wichtig, auch für persönliche Auszeiten zu sorgen.

Unser Tipp: Um dich besser zu konzentrieren, kannst du Gruppenchats stumm schalten und nur in Pausen nachsehen, was es Neues gibt. Außerdem kannst du dir einen Blocker für konzentrierte Arbeit in deinen Kalender setzten, damit Kollegen für diesen Zeitraum keine Meetings einstellen.

Setze außerdem Video-Calls immer bewusst ein. Videos eignen sich super, wenn es bei dem Call um sozialen Austausch geht, wie zum Beispiel bei einem Sprint Retro oder bei einem Projekt-Kickoff. Bei einer normalen Besprechung reicht die Tonübertragung aber in der Regel aus. Der Vorteil ist, dass man sich dabei frei bewegen kann und sich nicht durch eine Kamera beobachtet fühlen muss.

Photo by Ruthson Zimmerman on Unsplash

Viele kennen das: Wenn die Wohnung unaufgeräumt ist und überall dreckige Teller und ungewaschene Wäsche herumliegen, fühlt man sich gestresst. Das Gleiche gilt auch für soziale Medien: Wenn dort an jeder Ecke ungelesene Nachrichten warten, steigt das Stress-Level.

Unser Tipp: Ein tolles Mittel, um diese Ordnung hinzubekommen, ist das “Zero Inbox” Prinzip. Die Idee dabei ist, bis zum Abend immer alle Nachrichten vollständig zu lesen. Falls du auf eine Nachricht erst später antworten möchtest, kann du sie dazu einfach markieren. Wenn sich aus der Nachricht eine neue Aufgabe ergibt, kannst du sie direkt auf die To-Do-Liste schreiben und den Nachrichtentext in die Notizen der Aufgabe kopieren.

Das Prinzip klappt übrigens auch super mit privaten Nachrichten. Wenn du erst einmal eine Zero Inbox erreicht hast, wirst du wahrscheinlich bemerken, dass so viele neue Nachrichten am Tag gar nicht ankommen. Viel wird es erst dann, wenn sie sich zu einem Berg anhäufen.

Aktuell verbringen wir sehr viel Zeit in der digitalen Welt. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass wir physische Lebewesen sind. Wenn wir zu viel in den digitalen Medien unterwegs sind, kann das dazu führen, dass wir uns unausgeglichen und unzufrieden fühlen.

Unser Tipp: Nutze deine Freizeit ganz bewusst für Digital Detox und suche dir einen analogen Ausgleich, mit dem du deinen Sinne ansprechen kannst. Du kannst zum Beispiel etwas leckeres kochen, dich mit einer Kuscheldecke auf die Couch setzen und ein Buch lesen oder ein kreatives Hobby wie Zeichnen starten. Wenn du mit Freunden telefonieren möchtest, kannst du dir ein Headset anziehen und mit ihnen draußen spazieren gehen.

Die vielseitigen Funktionen von sozialen Medien wie Emojis, GIFs und Videos machen Spaß und vertreiben die Zeit. Richtig verbunden mit den Freunden fühlt man sich dadurch aber auf Dauer trotzdem nicht. Auch Sherry Turkle beschreibt in ihrem TED Talk, dass digitale Medien realen Kontakt nicht ersetzen können.

Außerdem passiert es per E-Mail, in Textnachrichten oder am Telefon schneller, dass Aussagen missverstanden werden. Das liegt daran, dass wir die Mimik der anderen Person nicht nutzen können, um ihre Aussagen zu interpretieren. Die Distanz bewirkt zudem, dass ab und zu ein ungeschickter Satz schneller über die Lippen geht, den man bei einem persönlichen Treffen so nicht gesagt hätte.

Unser Tipp: Plane bei Remote Work zusätzliche Zeit ein, um mit deinem Team ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Wenn du wichtige Gespräche führen musst, gib deinem Gegenüber eine extra Portion Nachsicht und Vertrauensvorschuss, falls ihr mal aneinander vorbeireden solltet.

Wenn dir der Kontakt zu Freunden und Familie gerade fehlt, ist das übrigens nicht nur etwas Schlechtes: Auch wenn es in dieser Situation schwer zu ertragen ist, kann dir das Gefühl helfen zu erkennen, wie wichtig dir diese Menschen sind. Versuche dich daran zu erinnern, wenn die Einschränkungen durch das Coronavirus vorbei sind, damit du ihnen auch dauerhaft die Priorität gibst, die sie verdienen.

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